Sonntag, 2. April 2017

Ein Jahr mit dem FT-991 und dem IC-7300



Die meisten werden es wohl gemerkt haben: Antonia war ein Aprilscherz. Den ausrangierten Nagellack meiner XYL benutze ich sonst nur als Sicherungslack und mit politischer Korrektheit habe ich wenig am Hut. Kurz: Ich heiße immer noch Anton.
Die üblichen Scherze zum Foolsday wie die xte Wunderantenne oder schon wieder ein neuer Traumtransceiver dünken mich langweilig. Auch das SWR-Öl hat ausgedient, genauso wie die DXpedition zum Mond.

Kürzlich fragte mich ein OM, was ich vom FT-991 halte, der auf dem Bild meines letzten Blogs zu sehen ist.
Es ist nun etwa ein Jahr her, seit ich mein Equipment gewechselt habe und das Paar FT-991/IC-7300 friedlich nebeneinander auf dem Stationstisch steht. Noch heute schalte ich immer wieder zum Vergleich vom einen zum anderen.
Zu Beginn war ich vom Yaesu wenig begeistert. Das Bedienungskonzept ist ein Hirnkrampf und die Spektrum/Wasserfall-Anzeige ein Witz. Auch beim FT-991A wird die Anzeige kaum besser sein. Freilich kann man sie jetzt parallel zum Empfänger benutzen, doch dem IC-991 kann sie nicht das Wasser reichen. Dazu ist das Guckloch im FT-991A einfach zu klein und der Power eines echten Direct Samplers auch nicht vorhanden. Der Flick ist also ein Murks - eine Notlösung um dem IC-7300 Paroli zu bieten.

Es gibt nur zwei Dinge, die der FT-991 besser als der Icom kann:

1. Er kann 2m und 70cm Allmode.

2. Er hat wesentlich mehr Talkpower als der IC-7300, sofern der parametrische Mikrofon-Equalizer richtig eingestellt wird. Er ist immer noch mindestens 3dB im Vorteil, auch wenn Kompression und Mik-Gain beim IC-7300 bis an die Schmerzgrenze aufgedreht werden.
Unter Talkpower verstehe ich die mittlere Sprechleistung oder das PAPR (Peak to Average Power Ratio) und nicht etwa PEP. Letzteres ist bei beiden etwa gleich.

Zwar geistert eine Modifikation für den IC-7300 im Netz herum, der ihm auf die Sprünge helfen soll. Zu diesem Zweck wir die ALC-Zeitkosntante massiv verlängert. Ein zweifelhaftes Unterfangen. Trotzdem werde ich das mal ausprobieren und IMD-Messungen vornehmen (vorher und nachher), wenn sich mein Projektstau mal aufgelöst hat.

Ich habe mich inzwischen mit dem FT-991 arrangiert. Der Empfänger ist recht gut (in dieser Klasse) und was ich mit dem IC-7300 hören kann, kann ich auch mit dem Yaesu aufnehmen. Der NB ist nur um Nuancen schwächer als der im Icom. Für mich ein wichtiges Utensil, bin ich doch von Weidezäunen umgeben und benutze eher die längeren Bänder.
Die NR ist wie bei den meisten Transceivern so von Artefakten verseucht, dass man am liebsten in die Tischkante beißen möchte. Im Gegensatz dazu besitzt der IC-7300 die einzige genießbare NR, die ich bisher gehört habe. Der Icom hat es aber auch dringend nötig. Ohne NR rauscht er wie ein Wasserfall und ich habe sie deshalb immer eingeschaltet.

Wie auch immer: beide Transceiver haben so ihre Macken und Pluspunkte. Wenn ich nur einen haben könnte, würde ich den FT-991 bevorzugen, denn SSB/CW auf UKW ist für mich wichtig.
Wenn dem nicht so wäre, würde ich aber den IC-7300 behalten.

73 de Anton


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