Dienstag, 17. April 2018

uBITX: ein QRP Transceiver aus Indien



Noch nie war es für Entwickler so einfach, QRP-Transceiver zu bauen. Das liegt an den modernen elektronischen Bausteinen, die heute zur Verfügung stehen wie zum Beispiel dem Synthesizer Si5351.

Ruedi HB9FVK hat mich auf einen interessanten QRP-Bausatz aufmerksam gemacht: den uBITX. Ein Allmode 10W Gerät für alle Bänder von 10 bis 80m mit einem durchgehenden Empfänger. Er kommt diesmal aus Indien und besticht vor allem durch seinen niedrigen Preis.
Dieser liegt etwas über 100$ und wurde durch eine einfache und sparsame Architektur, sowie die Verwendung günstiger Einzelteile möglich. Aber natürlich auch durch die niederen Arbeitskosten auf dem indischen Subkontinent.
So werden zum Beispiel in der Endstufe anstatt HF-Transistoren normale Schalt-MOSFET vom Typ IRF510 verwendet.

Neben dem günstigen Preis gefällt mir auch, dass die Ringkernspulen bereits gewickelt daherkommen, sowie die ausführliche Schaltungsbeschreibung inklusive Schema.
Letzteres ist etwas, das ich außerordentlich schätze und das mir schon beim Minion Mini und dem QCX von QRP-Labs positiv aufgefallen ist. Die chinesischen Anbieter von QRP Geräten tun sich ja mit der Dokumentation schwer. Irgendwie verständlich: Kopisten fürchten sich vor dem kopiert werden ;-)

Persönlich würde ich auf keinen Fall ein Gerät und schon gar keinen Bausatz ohne detailliertes Schema kaufen. Das ist für mich ein absolutes No-Go.

Der uBITX gefällt mir und ist bei diesem Preis einen Versuch wert.
Es gibt aber einige Punkte, die dem günstigen Preis leider zum Opfer gefallen sind:

- Der Empfänger besitzt keine Vorselektion. An guten Antennen sind damit Probleme zu erwarten.

- Ein Vorverstärker ist nicht vorhanden. Das Antennensignal kommt direkt über einen 30MHz-Tiefpass auf den Dioden-Ringmischer. Zwar dürfte die Empfindlichkeit auf den längeren Kurzwellenbändern genügen, doch auf 10 bis 20m könnte es u.U. knapp werden.

- Es gibt nur ein ZF-Filter für SSB. Damit CW zu machen ist bei starker Bandbelegung wie hier in Europa kaum zumutbar. Ein freier Platz auf der Platine für die Nachrüstung hätte den Preis nur unwesentlich erhöht.

- Die AGC ist im NF-Verstärker angesiedelt und nur rudimentär. Für Benutzer des QCX sicher kein Problem, denn der Monoband-Transceiver von Hans Summers hat gar keine AGC.

Für gewiefte Bastler ist die Verbesserung/Modifikation dieser Punkte sicher eine interessante Herausforderung, für alle anderen aber ein Handicap.





Sonntag, 15. April 2018

Morsen: ein oder zwei Paddle?

Bei der klassischen Klopftaste* ist der Fall klar: sie hat nur einen Hebel. Viele, die gelernt haben damit umzugehen, greifen auch heute noch gerne zu diesem Klassiker. Doch die Taste hat einen Nachteil: mehr als 80 bis 100 Buchstaben pro Minute kriegt man in der Regel nicht hin. Doch keine Regel ohne Ausnahme:


Alle anderen wechseln bei höheren Tempi auf das Paddle. Viele jüngere OM haben gar nie mit der klassischen Taste gearbeitet und sind gerade mit dem Paddle eingestiegen. Sie benutzen es auch für langsames CW.

Doch ohne einen so genannten Iambic-Keyer ergibt das Paddle keinen Sinn. Glücklicherweise ist heutzutage in jedem KW-Transceiver so ein Iambic-Keyer eingebaut und man braucht bloß sein Paddle anzuschließen um loszulegen. Das englische Iambic hat hier seinen Ursprung.
Der Iambic-Keyer generiert automatisch Punkte und Striche und macht so ein schnelleres Morsen möglich. Doch nicht nur das: mithilfe der Squeeze-Technik lassen sich die benötigten Bewegungen für viele Zeichen reduzieren. Das Geben der Morsezeichen wird damit effizienter:


Doch nicht alle kommen mit diesem "Squeezen" klar. Es erfordert ein gutes Timing beim Drücken der Hebel, das mit zunehmender Geschwindigkeit immer präziser werden muss. Viele OM lassen deshalb das Squeezen sein. Für sie würde eigentlich ein einziges Paddle genügen: eine Einhebeltaste.
Im folgenden Video ist ein Meister seines Fachs mit einer Einhebeltaste bei Tempo 300 Buchstaben/Minute zu sehen:


In der Tat arbeiten die meisten "High-Speeder" bei Wettbewerben mit einer Einhebeltaste. Dies obschon sie wesentlich mehr Bewegungen für den gleichen Text wie bei einem Iambic-Paddle absolvieren müssen.

Der Grund dafür liegt in einer geringeren Fehlerquote. Das Squeezen fehlerfrei bei 300 Buchstaben in der Minute und darüber fehlerfrei zu beherrschen ist schwierig. Von erfahrenen Telegrafisten hört man zuweilen den Spruch: "Mit zwei Paddle macht man doppelt so viele Fehler wie mit einem."

Letztendlich ist es aber eine Sache der persönlichen Präferenz, bzw. des Geschicks.

Was mich betrifft, so bin ich mit der Klopftaste* "aufgewachsen" und habe ziemlich spät zum Paddle gegriffen. Mit dem Squeezen konnte ich mich nie anfreunden, und so wechselte ich nach einiger Zeit zum Einhebel-Paddle. Für den Wechsel gab es aber noch einen anderen Grund: Das Rheuma ist meiner Feinmotorik nicht gerade förderlich. Vielleicht geht es dem einen oder anderen OM ähnlich?

*Auch Handtaste (engl. Straight Key) genannt. M.E. etwas irreführend, bedient man doch auch ein Paddle mit der Hand ;-)


Weitere Quellen zum Thema:

The Secrets of easy Morse Code Sending

Iambic Keying - Debunking the Myth

LA3ZA The advantage of the single lever paddle




Donnerstag, 12. April 2018

Testbericht IC7610



Adam Farson VA7OJ hat den ICOM IC-7610 eingehend ausgemessen und den Testbericht auf seiner Webseite veröffentlicht. Obwohl Adam ein "ICOM-Mann" ist und beste Beziehungen zu der Firma unterhält, gilt er als unbestechliche Referenz.
Der IC-7610 ist, wie sein kleiner Bruder IC-7300, ein Vollblut-SDR. Das Antennensignal wird, ohne es vorher auf eine Zwischenfrequenz herunter zumischen, nach einem Filter direkt in einen A/D-Wandler gespeist und dann digital weiterverarbeitet.
Das hat zwar viele Vorteile, aber auch einen entscheidenden Nachteil, wie bereits der IC-7300 gezeigt hat: Jeder A/D-Wandler hat eine Grenze, bis zu der er die anstehenden Signale auflösen kann.  Wird diese erreicht, dann kann er nicht mehr richtig arbeiten. Das Resultat ist ein Tohuwabohu an internen Störsignalen. Ein vernünftiger Empfang ist dann nicht mehr möglich.
Wird im IC-7300 oder im IC-7610 diese Grenze erreicht, signalisiert dies der Empfänger mittels einer OVL-Anzeige (overflow). Dann muss der Operateur reagieren und die Verstärkung zurücknehmen: Vorverstärker ausschalten, HF-Regler zurückdrehen, eventuell sogar den Attenuator einschalten.

Diese Grenze wird beim IC-7300 bei einem Eingangspegel von -10dBm erreicht (ohne Vorverstärker). Siehe Testbericht von Adam Farson.
Das sind knappe 71 mV am A/D-Wandler. Nahe Stationen oder starke Rundfunksender können an guten Antennen diesen Pegel erreichen. Vor allem, wenn mehrere starke Signale am Eingang anstehen; denn sie summieren sich.

Schaut man in den Testbericht des IC-7610 von Adam so sieht es nicht viel besser aus. Er hat -9dBm ohne Vorverstärker gemessen. Also etwas über 79mV. Das ist keine grosse Verbesserung in Anbetracht dessen, dass der IC-7610 einen 16 Bit A/D-Wandler einsetzt, anstatt einen 14 Bit wie im IC-7300.

Allerdings gibt es zwischen den beiden Geräten einen entscheidenden Unterschied. Während der IC-7300 über sehr breite Eingangsfilter verfügt, besitzt der IC-7610 eine mitlaufende Vorselektion. Daher dürfte beim IC-7610 nur in seltenen Fällen das Aufleuchten der OVL-Anzeige zu sehen sein.

Vergleicht man Adams Testberichte für die beiden Icom-Transceiver, stößt man noch auf viele weitere interessante Details. Zum Beispiel auf den Umstand, dass punkto IMD die beiden Endstufen etwa gleich (schlecht) sind.




Sonntag, 8. April 2018

80m DX "ohne Antenne"

Mit Abstand am meisten gelesen wurden bisher meine Blogeinträge Funken ohne Antenne und Eine unsichtbare Antenne für Kurzwelle.
Einerseits ist es zwar erfreulich, dass sich so viele Funkamateure für Antennen interessieren, ist sie doch das wichtigste Element einer Funkstation. Andererseits ist sie offenbar auch das grösste Problem des Funkamateurs in der heutigen Zeit.

Wie einfach wäre doch das Funkerleben, wenn man bloß einen schönen Transceiver zu kaufen bräuchte, und schon wäre man QRV. Was für ein Anachronismus in der Zeit von Smartphones und Fratzenbuch, dass man erst eine Prüfung bestehen und dann noch umständlich eine Antenne montieren muss!
Die Prüfung ginge ja noch, schließlich braucht man zum Autofahren auch eine. Aber eine Antenne in unserer urbanen Gesellschaft ist ein Pain in the Ass, wie die Amerikaner sagen.
Kein Wunder ist das Interesse für einen antennenlosen Funkverkehr riesengroß.

Um diesem Trend entgegenzukommen, habe ich wieder einmal keine Kosten und Mühen gescheut und einen Versuch gewagt. Ich habe eine Nacht lang "ohne Antenne" gefunkt.
Nicht auf 20m, das wäre zu leicht gewesen. Abgesehen davon ist in den Zeiten der mangelnden Sonnenflecken das 20m Band nachts wegen der bescheidenen Ionosphäre geschlossen.
Nur das 80m Band bleibt die Nacht durch geöffnet.

Deshalb fiel meine Wahl auf dieses Band. Zumal die Antennen-Not hier gross ist. Nur auf 160m ist sie noch größer. Wer kann sich in Balkonien schon einen langen Draht leisten? Auch verkürzte Endfeed-Antennen stoßen da rasch auf Nachbars Grenzen.

Doch auf 80m "ohne Antenne" zu funken, war mir nicht genug. Der Challenge musste noch etwas grösser sein. Heute macht man auch nicht mehr einfach Bungeejumping für den wöchentlichen Adrenalinkick, es muss schon ein Wingsuit sein. Deshalb nahm ich mir vor, nicht nur ohne Antenne auf 80m zu funken, sondern dabei auch richtiges DX zu machen, bzw. wie Marconi den großen Teich aetherisch zu überqueren.

Wer keine Antenne hat, braucht einen Ersatz. Möglichkeiten gibt es viele, sie sind nur durch die Kreativität des OM beschränkt.
Mein Kreativitätslevel war gestern nicht besonders hoch und so griff ich zu einer bewährten Lösung und schloss den Transceiver einfach an den Blitzableiter an.
Ja, ich weiß, auch ein Blitzableiter kann eine Antenne sein. Er ist ja dazu bestimmt, Blitze zu "empfangen."

Wer keine Antenne hat, muss eben ein bisschen mogeln ;-)



 Doch auch "ohne Antenne" braucht man ein Gegengewicht. Um mir nicht weiter den Kopf zu zerbrechen, schloss ich die "Erde" einfach an einer anderen Stelle des Blitzableiters an - zirka 6m weiter entfernt.
Für Gleichstrom ist das natürlich ein Kurzschluss, doch die Hochfrequenz sieht das etwas anders. Es macht ihr auch nichts aus, dass der Blitzableiter unten im Boden verschwindet.

Bedingung ist, dass man einen Antennentuner verwendet. Nicht einen automatischen, der würde bei diesen Verhältnissen u.U. anfangen zu spinnen. Handbetrieb ist also angesagt.
Kürzlich hatte ich ja so ein Ding gebaut und in diesem Blog beschrieben. Inzwischen habe ich noch einen weiteren gebaut. Nicht weil das notwendig gewesen wäre. sondern weil das Material dazu in der Bastelkiste lag und ich gerade nichts anderes zu tun hatte ;-)


Version 2 ist vom gleichen Typus und etwas kräftiger. Zudem ist der Abstimmbereich grösser. Die Induktivität des PI-Tuners geht bis 32uH, die Eingangskapazität kann man bis auf 8nF hochschalten und die Ausgangskapazität bis auf 900pF.
Damit lässt sich meine "Blitzantenne" auch noch auf 160m abstimmen.

Abgestimmt wird sie im Empfang auf maximales Rauschen oder mit einem Antennen-Analyzer. Mit etwas Üben kriegt man das rasch in den Griff.

Wer keinen Blitzableiter hat, kann auch eine Dachrinne, ein Balkongeländer einen Zaun oder irgendein anderes leitfähiges Medium benutzen. Man kann fast alles anpassen, sogar den Nullleiter der Steckdose.
Das macht ihr aber auf eigenes Risiko und ich lehne jede Verantwortung für den Fall ab, dass ihr es vergeigt und zu einem Kandidaten des Darwin-Awards werdet. Ohne Antenne zu funken, kann lebensgefährlich sein!

Aber es gibt noch etwas anderes zu beachten. Wer ein Kilowatt auf den Blitzableiter speist, muss sich nicht wundern, wenn sämtliche elektronischen Geräte mitsamt ihren Benutzern Amok laufen.
Deshalb habe ich meinen Versuch auf 5W beschränkt.

Natürlich kann man "ohne Antenne" auf 80m kaum in SSB DX-QSO's fahren. Aber dafür gibt es ja die digitalen Modulationsarten aus der WSJT-Familie.
Um herauszufinden, was alles mit dieser Einrichtung möglich ist, habe ich WSPR laufen lassen - wie erwähnt mit 5 Watt. Hier das Resultat:


Natürlich waren die Signale auf der anderen Seite des grossen Teichs schwach. Doch die meisten Stationen könnten auch in einem "echten QSO" mit JT9 oder JT65 gearbeitet werden, wie diese Tabelle zeigt.
Der Vollständigkeit halber hier noch ein Auszug aus der Liste der Stationen, die mein WSPR-Signal empfangen haben:


Der Blitzableiter, der wie ein Kupfermantel über das Hausdach gespannt ist, nimmt leider die Störungen der chinesischen Schrottelektronik aus dem ganzen Haus auf. Darunter leidet der Empfang. Daher ist mir der Empfang von Stationen aus den USA nicht gelungen. Da würde eventuell eine aktive Rahmenantenne für den Empfang helfen. Trotzdem registrierte mein Decoder eine ganze Reihe Stationen aus Europa. Mit den meisten wäre auch ein QSO in JT9, JT65 oder gar FT8 möglich gewesen.


Freitag, 6. April 2018

Die Digitalen im Vergleich

Für die unter euch, die keine Zeit hatten, den Vortrag von Joe Taylor vom 4.3.2018 zu sehen bzw. zu hören, habe ich einen Vergleich der wichtigsten digitalen Modulationsarten aus der WJST-Familie  zusammengestellt.
Jede Modulationsart wurde für einen speziellen Zweck entwickelt, darum gibt es so viele.
In der zweiten Kolonne steht der minimal benötigte Signal-Rauschabstand, in der dritten die belegte Bandbreite. 
SSB und CW sind in der Tabelle zum Vergleich aufgeführt. Die Angaben stammen aus dem Vortrag von Joe Taylor. In anderen Quellen findet man u.U. etwas abweichende Werte.

Die klassische SSB-Modulation ist am wenigsten effizient, braucht sie doch den ganzen Kanal und benötigt einen Rauschabstand von ca. 10dB um eine Verständigung zu ermöglichen. Aber erst ab etwa 20dB kann man munter drauflos schwatzen und beliebige Mengen an wichtigen oder sinnlosen Informationen austauschen. 

MSK144 wurde speziell für Meteorscatter auf VHF entwickelt. Sehr kurze Datenpakete werden dabei mehrfach gesendet um eine Reflexion an der ionisierten Luft eines Meteorschweifs zu erwischen. In den Anfangszeiten des Meteorscatter-Betriebs arbeitete man mit Schnell-Telegrafie. Dabei wurden Morsesignale auf Tonband aufgenommen und dann mit mehrfacher Geschwindigkeit abgespielt. Beim Empfänger fand dann das Prozedere in umgekehrter Richtung statt. Eine mühsame Sache. Aber wer weiss heute noch, was ein Tonband ist ;-)

Für CW gibt Joe eine Schwelle von -15dB an, damit ein geübter Operator ein Rufzeichen oder einen Rapport entziffern kann. Ein herkömmliches CW QSO ist so natürlich nicht möglich. Dass wir Signale so tief im Rauschen noch hören können, haben wir der Fähigkeit des menschlichen Hirns und unseres Gehörs zu verdanken. Mein persönlicher "Prozessor" schafft aber keine -15dB, wie ich festgestellt habe. Was vielleicht am vielen Tastenöl liegt, dass der "Prozessor" schon genossen hat.
Die Reduktion der Bandbreite mittels CW-Filter verbessert die SNR-Schwelle kaum. Das menschliche Ohr hat bereits ein Filter eingebaut. Nur gegen Störungen von benachbarten Stationen sind CW-Filter wirklich nötig.

FT-8, der neueste Spross der WSJT-Familie wurde vor allem für schnelles Fading entwickelt, wie es u.a. bei Mehrfach-Es-Verbindungen auftritt. Seine Beliebtheit verdankt es der Schnelligkeit, mit der ein QSO abgewickelt werden kann. Punkto SNR ist FT-8 aber nicht die beste Wahl.

Der Klassiker JT65 ist in dieser Hinsicht immer noch besser. Er wurde ursprünglich für Troposcatter- und EME-Verbindungen im UKW-Bereich entwickelt. Es gibt davon drei Versionen mit verschiedenen Bandbreiten (A,B,C). Verwendet wird meist die Basisversion mit 180 Hz Bandbreite. Im Vergleich zu FT-8 ist JT65 also weniger ökonomisch und es passen weniger Stationen in einen SSB-Kanal.

JT-9 wurde für Lang- und Mittelwelle und Kurzwelle entwickelt und ist nochmals empfindlicher. Auch punkto Frequenzökonomie schlägt es die bisher besprochenen Modulationen bei weitem. Allerdings ist es sehr empfindlich auf mangelnde Frequenzstabilität. "Wandervögel", die ihre QRG schlecht halten können wie der KX3, haben damit Schwierigkeiten.

QRA64 wurde speziell für EME konzipiert. Es ist empfindlicher als JT65 und sollte dieses ablösen. Auch davon gibt es drei verschiedene Varianten (A,B,C) mit unterschiedlichen Bandbreiten.
Frequenzökonomie ist auf den "rauschenden Bändern" ab 2m aufwärts kein Thema. Platz ist dort genug vorhanden und die OM kommen sich selten in die Quere.

Nach wie vor das beste Resultat punkto SNR liefert WSPR. Leider ist es nur eine Einbahnstraße und für QSO's nicht zu gebrauchen. Doch um zu wissen, wie gut die eigene Station ist und wo man überall gehört wird, braucht man ja nicht unbedingt ein QSO zu fahren ;-)

Mittwoch, 4. April 2018

Vortrag von Joe Taylor - März 2018

Wer sich mit den digitalen Modulationsarten von WSJT-X beschäftigt - insbesondere mit FT-8 - und gut amerikanisches Englisch versteht, der sollte sich den neusten Vortrag von Joe Taylor K1JT anhören.
Der Nobelpreisträger und Astrophysiker hielt ihn anlässlich der MicroHAMS Digital Conference am 24. März in Redmond, Washington.
Dr. Taylor ist Professor an der Princeton University und der Entwickler von WSJT-X.
Der Vortrag wurde aufgezeichnet von Budd Churchward WB7FHC, der im vorliegenden Video auch die Einleitung übernimmt.
Man muss sich dazu aber etwas Zeit nehmen, das Video dauert eine Stunde und siebzehn Minuten.
Dafür erfährt man viel Wissenswertes und bisher wenig bekannte Hintergrundinformationen  über den ganzen Strauss von digitalen Betriebsarten, die in WSJT-X stecken.



Samstag, 31. März 2018

Die Morsetasten von UR5CDX


Je voller die Bänder und je schwieriger die Bedingungen, desto mehr OM entdecken die Vorzüge der digitalen Betriebsarten. Auch die älteste digitale Betriebsart, die Morsetelegrafie, ist keineswegs eine Domäne der Old Timer. Immer mehr junge OM entdecken die Faszination und Vorteile dieser digitalen Betriebsart, die als einzige, ohne Computer, direkt vom menschlichen Gehirn decodiert werden kann.
Ein Zeichen, dass CW sich nach wie vor hoher Beliebtheit erfreut, ist nicht nur der Betrieb auf den Bändern, sondern auch die erfreuliche Zahl von Herstellern von Morsetasten.
Natürlich kann man mit diesen Dingern nicht das grosse Geld verdienen. Darum sind es auch nur kleine Unternehmen - oft Einmann-Betriebe - die sich dieser Branche widmen.
Mit viel Kreativität und mechanischem Knowhow werden kleine Kunstwerke geschaffen, die nicht nur ihre Funktion erfüllen, sondern auch für das Auge ein Genuss sind. Denn schließlich ist Morsen selbst eine Kunst.

Einer dieser Künstler ist Yury UR5CDX. Seine Tasten sind nicht nur schön, robust und praktisch, sie sind auch preiswert. Eine Alternative für den OM, dessen Budget es nicht erlaubt, die Preise der italienischen Edelschmiede Begali oder die fantastischen Paddle von N3ZN zu bezahlen.

Zurzeit stehen zwei Iambic Paddle von Yury auf meinem Stationstisch. Eine CT 73 (unten links im Bild) und die CT Europe (rechts im Bild):



Besonders die CT Europe hat es mir angetan. Die Rückstellkraft liefert - im Gegensatz zur CT73 - nicht ein Magnet, sondern eine Feder. Durch die eigenwillige Konstruktion bedingt, hängen die Einstellungen von Rückstellkraft und Kontaktabstand voneinander ab. Die Justierung ist daher nicht ganz einfach. Doch einmal richtig justiert, ist sie eine schnelle und zuverlässige Taste...und natürlich ein Augenschmaus.

Wie bei allen Paddles empfiehlt es sich, eine Federwaage zur Einstellung zu benutzen und nicht bloss nach Gefühl vorzugehen. Ich kenne OM die dauernd an ihrer Paddle-Einstellung rumdrehen ;-) Das muss nicht sein. Einmal richtig justiert, erübrigt sich das ewige Schrauben.
Freilich müssen die Kontakte ab und zu gereinigt werden, um einen fehlerfreien Betrieb sicher zu stellen. Das geschieht mit dem Durchziehen eines glatten Papierstreifens zwischen den geschlossenen Kontakten.

Ich wünsche all meinen Lesern ein frohes und friedliches Osterfest
vy 73 de Anton HB9ASB


Donnerstag, 29. März 2018

Was bringt uns der nächste Sonnenzyklus?



Der laufende Sonnenfleckenzyklus (#24) ist noch nicht in der Talsohle angelangt, und schon wagen die ersten Sonnen-Propheten Nummer 25 vorherzusagen.
James A. Marusek gehört zu dieser Gilde. In einem interessanten Gast-Blog bei "Watts Up With That" erläutert er zu Beginn die Geschichte der Sonnenflecken.

Die Beobachtung (Zählung) der Sonnenflecken begann im März 1755. Die Anzahl der Flecken sind ein Mass für die Aktivität der Sonne. Viele Flecken bedeuten eine hohe, wenige Flecken eine schwache Sonnenaktivität. Diese schwankt in einem 11-Jahreszyklus und ist verantwortlich für den Zustand unserer Ionosphäre und daher für die Ausbreitung der Kurzwellen.
In den Jahren eines Minimums, wie wir es jetzt erleben, sind die Bänder 10 und 12m nur selten für DX offen, 15m nur sporadisch und nur tagsüber. Das 20m Band ist nachts häufig zu. 
In den Jahren des Maximums sind 10 und 12m häufig offen, 15m oft weit in die Nacht hinein und das 20m Band rund um die Uhr. In starken Maxima kann sogar das 10m Band rund um die Uhr für DX offen sein. 
Doch die Sonnenflecken folgen nicht nur einem 11-Jahreszyklus. Die Stärke der Zyklen folgt zugleich einem übergeordneten Zyklus wie im nächsten Bid zu sehen ist.


Quelle: Wikipedia

Wie wir sehen, sind die Maxima Mitte des letzten Jahrhunderts sehr stark gewesen. Jetzt scheint wieder eine Reihe weniger starker Zyklen im Anmarsch zu sein.

Marusek zählt dazu eine Reihe Indizien auf: 
Der letzte Sonnenzyklus (#23) sei mit einem tiefen und langen Minimum zuende gegangen, wie man es seit 1913 nicht mehr erlebt habe. Beim laufenden Zyklus (#24) sei die Anzahl Sonnenflecken nur halb so gross gewesen wie im vorhergehenden. Es habe zudem wesentlich weniger Flares und weniger Massenauswürfe (CME) gegeben. Zudem sei das Magnetfeld der Sonne schwächer geworden. Auch der solare Flux sei im vergangenen Maximum zurückgegangen (10.7cm Strahlung).

In seiner Prognose für den nächsten Zyklus schreibt er: "Sonnenzyklen kommen paarweise". Daher sollte seiner Ansicht nach, der nächste Zyklus zwar wiederum etwas schwächer werden, doch im Großen und Ganzen dem zu Ende gehenden Zyklus 24 gleichen. 
Wir Funkamateure müssen uns aber in Geduld üben, wenn es nach Marusek geht. Das laufende Minimum solle noch bis 2024/25 andauern. Es würde somit noch länger dauern als das letzte Minimum zwischen Zyklus 23 und 24.  

Marusek scheint zu den Klimaskeptikern zu gehören, den er erwartet durch die geringere Sonnenaktivität auch kälteres Wetter auf der Erde. Die zu erwartenden Auswirkungen nehmen denn auch den zweiten Teil seines Blogs in Anspruch. 

Montag, 26. März 2018

Schlangenkunde: JT9, JT65 und FT8 auf 10 GHz

Die digitalen Betriebsarten für schwache Signale gewinnen immer mehr Anhänger, der Betrieb in FT8 nimmt zulasten SSB und CW rapid zu.

Der Vorteil der neuen Digitalen: DX klappt auch mit Balkonantennen und kleinen Leistungen. Kilowatt und Beam sind nicht mehr notwendige Utensilien.
Zudem passen viele QSO's gleichzeitig in einen einzigen SSB-Kanal. Frequenzknappheit war gestern.

Der Nachteil: Viel mehr als Rufzeichen, Rapport und QTH-Locator können nicht ausgetauscht werden. Noch ein 73 und eine kleine persönliche Note - that's it.
Doch was soll's? Bei heutigen DX-QSO's in den klassischen Betriebsarten wird auch nicht mehr ausgetauscht.

Mit den neuen Digitalen hatte ich bisher nichts am Hut. Ich hatte zwar etwas gewispert (WSPR) doch noch nie ein richtiges QSO in einer der WSJT-X Betriebsarten gemacht. Bis vorgestern.

Schon seit einiger Zeit spukte der Gedanke in meinem Kopf herum, ob man dieses moderne Zeug nicht auch für die Mikrowelle benutzen könnte. Damit meine ich nicht den weißen Kasten in der Küche, der mir die Mahlzeit vom Vortag aufwärmt, sondern zum Beispiel das interessante 10 GHz Band. Denn auch dort sind die Signale oft zu schwach für eine Verbindung in SSB oder CW.
Könnte man nicht die Reichweite erhöhen, fragte ich mich, wenn es gelänge, mithilfe einer digitalen Betriebsart, Signale tief im Rauschen noch zu decodieren?

Vergangenes Wochenende machten Christoph HB9DTZ und ich einen ersten Anlauf, diese Frage zu klären.
Eine Direktverbindung auf 10 GHz ist zwischen uns beiden nicht möglich. Wir funken im 3cm Band daher mit Reflexionen an den Hochalpen - am Jungfraumassiv. Die gesamte Strecke, die das Signal dabei zurücklegen muss, beträgt 120km. Die Signalstärke mit unseren 10W Sendern und den kleinen Spiegeln ist in der Regel gut (>S9), aber meistens mit einem langsamen QSB behaftet. Hier unsere Funkstrecke:

Unsere Transverter sind beide mit OCXO's stabilisiert und mittels Rubidium-Normal geeicht. Die Frequenzstabilität wird daher hauptsächlich von den verwendeten Transceivern bestimmt. Bei Christoph war ein Kenwood TR-751, bei mir ein IC-/300 im Einsatz. Ein erster Versuch in FT-8 klappte daher auf Anhieb. Ich lernte "on the job" bei WSJT-X auf die richtigen "Kästchen" zu klicken und wunderte mich, wie leicht das ging. Mein erstes FT-8 QSO war im Log.
Für Christoph war es noch einfacher: er hatte bereits auf KW Erfahrungen mit den Digitalen gesammelt.

Doch am Sonntag, als wir unsere Versuche fortsetzen wollten, schlug Murphy zu: rien ne va plus!
Unsere Signale drifteten durch die Gegend und die Detektoren der Software verstanden nur noch Kauderwelsch. Christophs Signal zeigte in JT9 seltsame Schlangenlinien und auch er sah auf seinem Schirm nur noch Schlangen.
Unser Verdacht: Die Ausbreitung der 3cm Wellen spielte uns einen Streich. Hier ein Blick auf die "Schlangen" von Christoph:



Doch welcher Ausbreitungs-Mechanismus könnte ein derartiges Phänomen bewirken?
Eine Beobachtung der von mir 157 km entfernten Bake auf dem Monte Tamaro, auf der anderen Seite des Alpenriegels, zeigte zwar auch Schwankungen in der Frequenz, doch eher unregelmäßiger Art und innerhalb eines Bandes von 5 Hz:

Ob diese Schwankungen auf Ausbreitungseffekte zurückzuführen sind, ist schwer zu sagen. Das 10 GHz Signal vom Monte Tamaro gelangt vermutlich nicht über Reflexion, sondern über Beugung an den Alpenkämmen (Knife Edge Diffraction) zu uns. Welchen Einfluss diese Ausbreitungsart auf das Signal hat, gilt es noch zu erforschen.

Es brauchte noch eine Reihe weiterer Hypothesen und Tests, bis uns endlich die Auflösung des Rätsels wie ein reifer Apfel vor die Füsse fiel:

Im Gegensatz zu den Versuchen am Vorabend, benutzte Christoph am Sonntag nicht den Oldtimer TR-751, sondern einen KX3 mit 2m Modul als Steuergerät für seinen Transverter. Als er wieder zum alten Kenwood wechselte, funktionierte es wieder und er konnte nun auch meine Signale in JT9 und JT65 einwandfrei decodieren.

Beim Googeln im Internet fiel mir heute morgen auf, dass der KX3 bereits auf KW Schwierigkeiten mit der Stabilität hat - ein Problem, das in einschlägigen Foren diskutiert wird. Besonders mit der Betriebsart JT9, die offenbar empfindlich auf Frequenzdrift reagiert, scheint es Probleme zu geben.  Auf 2 m multipliziert sich dann die Drift um den Faktor 10. Wenn der KX3 auf 14 MHz nur ein Hertz wandert sind das im 2m Band bereits 10 Hz!

Auch mein IC-7300 ist übrigens ein Frequenz-Migrant. In den ersten paar Sekunden einer Sendung produziert auch er eine Art Schlange. Die Frequenz rutscht nach unten weg und kommt dann langsam wieder hoch auf die Sollfrequenz. Allerdings ist diese Drift zu klein, um einen Betrieb mit JT9 und Konsorten zu stören.

Nachdem wir also FT8, JT9 und JT65 sicher im Griff hatten, ging es daran, den Empfang im Rauschen zu testen. Schritt um Schritt wurde deshalb die Sendeleistung verringert. Bei mir geschah dies auf der ZF-Ebene. Im nächsten Bild ist die "Schlange" von Dämpfungsgliedern zu sehen, die zwischen den Transvertern hängt:


Die Resultate waren erfreulich. FT8 schaffte knapp -18dB. JT9 war noch bei 22dB decodierbar und hätte vielleicht noch ein oder zwei dB mehr geschafft, und JT65 kam auf -24dB:


Fazit:
- Bei guter Frequenzstabilität (OCXO, GPS, Rubidium) funktionieren die WSJT-X Betriebsarten auch auf 10 GHz. Zumindest über Reflexionen an den Alpen. Damit werden Verbindungen möglich, die in SSB oder CW zu tief im Rauschen stecken würden und nicht machbar wären. Wie es bei anderen Ausbreitungsarten (Troposcatter etc.) aussieht, gilt es noch zu erforschen.

Für Regenscatter wird es wohl nichts, aber dort sind die Signale bereits stark genug.

Danke Christoph, HB9DTZ, für die spannenden Versuche!

Freitag, 23. März 2018

Magnetloop als QRP-Antenne?



Das Leben ist ein Kreis. Es hört da auf, wo es angefangen hat.
Auch die "Karriere" des Funkamateurs findet im Alter oft zu ihren Wurzeln zurück. Dann, wenn das Jagdfieber und der Reiz des seltenen DX nachgelassen hat, wenn man gebaut hat, was man zu bauen vermochte und versucht hat, die neusten Technologien zu versehen und zu benutzen, dann landet man plötzlich wieder dort, wo alles begann.
Einige bauen plötzlich wieder Sender und Empfänger mit Röhren und versuchen nochmals das Gefühl zurückzuholen, das sie empfanden, als Radios noch in der Dunkelheit glühten und die Signale aus dem Aether ein unbeschreibliches Kribbeln auslösten.
Nostalgie nennt man diese Sehnsucht nach vergangenen Zeiten und alten Erinnerungen.
In meinem Fall sind es die ultrakurzen Wellen, die Morsetelegrafie und QRP auf KW, die mich wiederum gepackt haben.
Doch was man auch unternimmt, es wird niemals wieder gleich sein. Und das ist auch gut so. Ich möchte nicht zurück zum ECO-Oszillator mit EF95, den ich als 80m Sender benutzt hatte. Auch den Empfänger Marconi CR-300 vermisse ich nicht. Der kleine QCX erledigt die Arbeit der beiden mindestens ebenso gut.

Doch eines ist in all den Jahrzehnten gleich geblieben: die Antenne.
Trotz aller Wunderantennen, die in dieser Zeit erfunden wurden: die Physik ist die gleiche geblieben und ein Draht ist nach wie vor ein Draht.
Lediglich die Anpassung ist bequemer geworden, dank Ferrit-Ringkernen und automatischen Antennentunern. 

Kürzlich hatte ich ein QRP-QSO auf 80m mit einer Station, die eine Magnetloop verwendete. Eine ungewöhnliche Antenne für QRP auf diesem Band. 
Die ML-Antenne ist oft die letzte Rettung für den OM, der keinen langen Draht aufspannen kann. Doch wie gut ist sie wirklich? Wäre nicht ein kurzer Stängel die bessere Lösung?

Wer sich mit diesen Fragen beschäftigt, findet viele interessante Berichte in den Tiefen des Webs. 
Einer, der sich intensiv mit dieser Frage auseinandergesetzt hat, ist Frank Dörrenberg N4SPP.
Frank ist mehrfach zwischen der neuen und alten Welt hin und hergezogen und schließlich in Toulouse in Südfrankreich "hängengeblieben". Sein Apartment besitzt eine wunderschöne Dachterrasse, doch leider fehlt ihm dort der Platz, eine große Antenne für das 80m Band aufzubauen. 

Natürlich hat er es u.a. auch mit verkürzten Dipolen und mit Vertikalantennen versucht. 
Seine Antennen-Webseite ist eine wahre Schatztruhe, insbesondere für Funkamateur mit beschränktem Platz.
Hier noch ein ausführlicher Artikel von Frank über ML-Antennen. Nur in Englisch, aber für den, der dieser Universalsprache mächtig ist, bietet der Artikel einen umfassenden Einblick in die Problematik der ML-Antennen.

Wer ernsthaft daran denkt, eine ML zu bauen oder zu kaufen, dem empfehle ich, ein bisschen mit diesem Tool zu spielen, um das Gefühl für derartige Antennen zu bekommen.
Man merkt dabei rasch, dass ein ML für die kürzeren KW-Bänder eine interessante Alternative sein kann, wenn er verlustarm aufgebaut wird.
Doch spätestens auf 80m wird es schwierig, einen guten Wirkungsgrad zu erzielen. Wer mit 5 bis 10% nicht zufrieden ist, muss sich anstrengen. Das bedeutet einen großen Loop-Durchmesser, starke Alurohre und sehr gute, verlustarme Kondensatoren. Und dann wird das Teil nicht mehr so klein und unscheinbar, wie sich das der OM vorgestellt hat.

Dienstag, 20. März 2018

OSA103 - eine eierlegende Wollmilchsau



Stellt euch vor, ihr wärt am Anfang eurer Karriere als Funkamateur. Gerade mal ein Transceiver und ein Mikrofon stehen auf eurem Tisch. Von Messgeräten keine Spur. Schon beim kleinsten Problem tappt ihr im Dunkeln. Als einzigen Helfer in der Not habt ihr lediglich ein Multimeter, das ihr euch vom Großvater ausgeliehen habt.

Aber man kann nicht alles haben - das Budget ist beschränkt.

Euer Freund hingegen, der schon seit dreissig Jahren Radio-aktiv ist, hat sich über all die Jahre einen imposanten Messgerätepark aufgebaut. Zwar das meiste auf Flohmärkten gesammelt und nur wenig neu ab Stange, aber es sind doch eine ganze Reihe Perlen dabei. Er besitzt unter anderem:

- ein Oszilloskop
- einen Funktionsgenerator
- einen Frequenzzähler
- ein LC Meter
- einen Vektor-Analyzer
- eine SWR-Messbrücke
- und sogar einen Spektrum-Analyzer
Und seit neustem hat er sich sogar einen kleinen SDR-Empfänger angelacht, den er auch als Steuersender für seine QRP-Projekte benutzt.

Doch jetzt soll es all die oben genannten Goodies in einem einzigen Gerät geben - sozusagen als eierlegende Wollmilchsau. Nein, nicht für 10'000 Euronen und auch nicht als tausenknöpfiges Monstergerät, sondern als kleine Zusatzplatine für euren Computer.
Ihr habt doch einen Computer, oder etwa nicht?
Dumme Frage, sonst könntet ihr diese Zeilen ja nicht lesen ;-)

Das Wollmilchschwein heisst OSA103. und die Liste seiner Talente ist beeindruckend:
Das Oszilloskop zum Beispiel hat mehrere Kanäle und geht bis 400 MHz bei einer Empfindlichkeit von 0.1V/Div.
Der Funktionsgenerator sprintet von 0.001Hz bis 50MHz und macht AM,FM,PM und Pulse von 5ns bis 5 Sekunden und Wellenformen nach Belieben.
Der 8-stellige Frequenzzähler steht den beiden natürlich in nichts nach und der Spektrum-Analyzer geht sogar bis 1 GHz.
Das LC-Meter hat mich speziell beeindruckt, ist es doch immer ein Problem für uns Funkamateure kleine Kapazitäten und Induktivitäten zu messen. Der OSA103 soll von 0.5pF bis 30'000uF, notabene inklusive ESR, und von 50nH bis 3H messen können.
Der SDR kann im Prinzip das, was die günstigen RTL-Dongle auch können. Doch er kann nicht nur empfangen, sondern auch senden: mit 5mW von DC bis 60 MHz. Ideal um sich mit zwei Transistoren eine kleine QRP-PA zu bauen.

Natürlich ist es nicht bloss der OSA103, der das alles schafft. Euer PC leistet dabei die Hauptarbeit. Und er liefert auch den Strom für die kleine Platine: über den USB-Anschluss.

Aber lassen wir die Katze aus dem Sack: Hier findet man diese eierlegende Wollmilchsau.
Sie kostet 160 US$.






Montag, 19. März 2018

Review WSQcall-Versuch auf Mittelwelle



Auch wenn kein QSO zustande kam, so hat sich der Versuch wegen der erhaltenen SWL-Rapporte doch gelohnt. Vielen Dank an alle, die sich daran beteiligt haben.

Den letzten Rapport habe ich von Ekki DK2CH erhalten:
Hallo Anton,
die Verabschiedung ohne Fehler oder Aussetzer bei -20dB gelesen,
nur das ö oder oe ergab xx, hi, danke für den Test.
Ekki DK2CH
-20dB bei einer Distanz von 600 km ist nicht schlecht. Zumal die Strecke vollständig über Land lief. Über Meerwasser würde es wesentlich besser aussehen, wie altgediente Schiffsfunker sicher bestätigen können, die noch auf Mittelwelle telegrafiert haben.

Wieso Ekki xx anstelle des "ö" empfangen hat, glaube ich in der Zwischenzeit auch erraten zu haben. WSQ Call kennt keine Umlaute, wie anhand der Code-Tabelle zu sehen ist:


Reintippen kann man sie aber schon, doch sie werden vermutlich als "Unbekannt" oder eben xx gesendet.
Wie aus der Codetabelle zu sehen ist, vermeidet man tunlichst die Grossschreibung. Sie, wie auch Zahlen und Satzzeichen haben einen Doppelcode und brauchen zur Übermittlung doppelt so lange. Ausnahmen sind Punkt und Space.

Meine Sendeanlage sah folgendermaßen aus: 
TX: IC-7300 auf PWR Stufe "0" wegen der hohen Verstärkung der zweistufigen PA.
Antennen-Anpassung: Variometer
Antenne: Inverted L wie im nachfolgenden Bild:







Draht 1: Vertikalteil 11.75m
Draht 2 und 3: Horizontal, zusammen 41.3m
Drähte 4,5,6: Gartenzäune als Gegengewicht.

Die X-Achse der Antenne zeigt ca. in Richtung DK2CH. Da die Antenne und insbesondere die Radiale asymmetrisch sind, ist das Richtdiagramm verzerrt. In der X-Richtung verliere ich deshalb 1 dB:

  Die Direktivität der Antenne ist bei -X am höchsten und beträgt gemäss Simulation -5.73, also ca. -6dB. Hinzu kommen die Verluste der Anpassung und der Erde usw. Diese werden oft unterschätzt. In meinem Fall betragen sie etwa 10 dB. Bei 150W Sendeleistung komme ich also nicht ganz auf die hierzulande zugelassenen 5 W EIRP. Soweit die Theorie. 

Erstes Foto, die Praxis: Die Antenne ohne Anpassung. Zum Vergleich die Berechnung der EZNEC Simulation:
3.6 - j1450 Ohm! Der AA-600 zeigt also einen zehnmal höheren Realteil: dafür sind die erwähnten Verlustwiderstände verantwortlich. Beim Unterschied des Blindanteils muss ich leider passen ;-) 





Samstag, 17. März 2018

Die W3EDP Antenne



Die Antenne von W3EDP findet man ganz weit unten in der Mottenkiste des Amateurfunks. Vielleicht ist das der Grund, wieso ich bisher ihre Existenz nicht wahrgenommen hatte. Erst ein QRP-QSO mit Robert DM4RW hat mich auf ihre Spur gebracht.

Nach jedem QSO mit meinem QCX schaue ich im Internet nach, ob ich Informationen über meinen QSO-Partner finde. Manchmal ist der OM inkognito und hat keine persönlichen Spuren im Web hinterlassen, doch oft ist das Gegenteil der Fall, und dabei finde ich immer wieder sehr interessante und spannende Details - vor allem bei den QRP-Stationen.
So auch bei Robert, der in der Nähe von München zuhause ist. Robert ist Holländer, den es zu den Bayern verschlagen hat. Und vielleicht ist gerade das der Grund, wieso er eine W3EDP als Antenne einsetzt. Denn die Holländer sind begeisterte Benutzer von End-Feed Antennen und die W3EDP ist eigentlich nichts anderes als eine Variante dieses Typs.

Wenn man im Web nach der W3EDP forscht, stolpert man früher oder später über die Seite des Antennen-Papstes DK7ZB. Man erfährt dort in konzentrierter Form alles was man über diese Antenne wissen muss: dass sie 1936 entwickelt wurde und damals mit einem Fuchskreis und kurzem Gegengewicht arbeitete. Eine Einband-Antenne, die für jedes Band einen separat abgestimmten Kreis braucht.
Die "neue W3EDP" hingegen ist eine Mehrbandantenne die mit einem 1:4 Balun und einem Stück Zweidrahtleitung auskommt. Angepasst wird sie über einen Antennentuner.
Sie ist einfach aufzubauen und kommt mit wenig Platz aus. Wer in seinem Garten keinen Dipol unterbringen kann, für den könnte u.U. eine neue W3EDP eine Lösung sein. Auch als Not(funk)antenne oder für Portabelaktivitäten scheint mir die W3EDP gut geeignet zu sein.

Mehr Info zu dieser interessanten Antenne findet man bei Nick AE5VV oder bei G0KYA, der eine verlängerte Variante (85 Fuss, 33m) in seinem Blog beschreibt. Diese Langversion soll auch noch im 160m Band arbeiten.

Im Gegensatz zu der High End Feed Antenne befindet sich der Einspeisepunkt der neuen W3EDP nicht in der Höhe, sondern am Boden. Das dürfte manchem Antennenbauer zupasskommen. 

Zum Schluss noch eine Zwischenbilanz zu meinem Versuch mit WSQcall auf Mittelwelle. Bisher habe ich von vier Stationen eine Rückmeldung erhalten: Ekki DK2CH in Wolfenbüttel nähe Braunschweig, Robert DL5FCE bei Kassel, Res HB9MFN zurzeit im Engadin und Juergen DL6HTF nordwestlich von Leipzig. Vielen Dank für die SWL Reports! 
Ein QSO ist aber bisher noch nicht zustande gekommen, da keiner der Reporter über eine Sendeanlage für Mittelwelle verfügt.
 Heute Abend findet wie angekündigt die letzte Testsendung statt.

Bild: Antennenpraxis in Südfrankreich. Inverted L mit einem automatischen Tuner am Speisepunkt. Nix Balun, nix Wireman ;-)

 

Donnerstag, 15. März 2018

Leserpost

Thomas DC1TRX hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es neben SOTA noch eine andere Organisation gibt, die sich um Natur- und Bergfunker kümmert. 
Diese Organisation heisst GMA Global Mountain Activity.
GMA entstand, als SOTA die Regeln verschärfte und dadurch viele Gipfel "verloren" gingen. Die Initiatoren sind also in gewissem Sinne "SOTA-Rebellen".

Doch was genau ist passiert?

SOTA hatte früher eine P100 Regel anstelle der P150 Regel. Ein Gipfel musste 100m aus der umgebenden Topografie herausragen, um anerkannt zu werden. Doch dann wurde diese Regel auf 150m geändert. Einige Länder wie z.B. England waren von diesem Gipfelsterben besonders betroffen. Kein Wunder, dass gerade dort die "Rebellen" stark wurden.

Persönlich habe ich für GMA Verständnis. Es ist nicht fair, mitten im Spiel plötzlich die Regeln zu ändern.



Ein anderes Thema: Ekki DK2CH hat sich zum Thema WSQCall gemeldet:
 Hallo Anton,
danke für Deinen WSQ-Blog. Kannst Du mal Parametereinstellungen für das Prg. veröffentlichen?
Ich habe Gestern gleich das WSQcall von DL4YHF installiert und versucht auf 630m bzw. 160m
was zu empfangen (WSPR-QRG eingestellt - 2200m geht bei mir nicht, der Sender Burg ist zu nah) ,
es war nichts zu decodieren. Die Parameter sind wohl noch falsch oder kein Betrieb in WSQ.
vy 73 de Ekki DK2CH
Nun, das will ich gerne tun.
Die Einstellungen meines IC-7300 und des PC's sind bei WSQ dieselben wie für WSJT-X und die Kommunikation zwischen den beiden funktioniert einwandfrei. Bei den Settings habe ich beim Audio-In und Output natürlich die "USB-Codecs" eingestellt, alles andere habe ich so übernommen, wie es war.
Bei "PTT,Tx" habe ich COM3 für die PTT-Control gewählt (wie für WSJT-X). Und beim Decoder habe ich WSQcall gewählt. Ich lasse übrigens auch den Decoder 2 auf dem gleichen Kanal (1000Hz Basis) auf old WSQ mitlaufen - für alle Fälle. Mein Laptop verkraftet das problemlos.

Doch Versuch macht klug. Ich werde deshalb heute, morgen und am Samstag zwischen 20:00 und 21:00 MEZ CQ rufen und zwischendurch hören. 474.2 kHz USB-D mit 1000Hz als untersten Sende-Ton. Vielleicht hört/sieht mich ja jemand oder gibt sogar Antwort?

Bild: ein Morgen in Haute-Nendaz

Dienstag, 13. März 2018

WSQcall - richtige QSO's auf LW/MW!

WSPR ist eine tolle Betriebsart um das 2200m und 630m Band zu erforschen - auch mit kleinen Leistungen und verhältnismässigen bescheidenen Antennen: z.B. ein U3S und eine umgebaute 160 oder 80m Antenne. Signale, die bis -27dB im Rauschen stecken und von Ohr nicht mehr hörbar sind, können noch detektiert werden. Doch richtige QSO's sind mit WSPR nicht möglich. Es ist eine reine Baken-Betriebsart.
Zu Beginn der LW/MW Ära im Amateurfunk - in HB9 am 1.1.1998 für die Langwelle und am 1.1.2013 für die Mittelwelle - wurden QSO's in QRSS gefahren, wenn es darum ging, Signale tief im Rauschen zu empfangen.
Heute greift man zu JT65, JT9, FT-8 von Joe Taylor. Damit gelingen Standard-QSO's mit Signalen weit unter dem Rauschen.

Doch richtige QSO's von Tastatur zu Tastatur, mit freier Textwahl sind damit nicht möglich. Die WSJT-X Betriebsarten beschränken sich auf den Austausch von Minimal-Informationen mittels Textschablonen in einem strengen Zeitraster.

Erst mit dem von ZL2AFP und ZL1BPU entwickelten WSQ konnte - langsam zwar - ein freier Textaustausch stattfinden.
Nun hat ZL2AFP nachgedoppelt und DL4YHF hat das Programm nochmals aufgepeppt.
Es heisst jetzt WSQcall und ermöglicht Freitext von Tastatur zu Tastatur, ohne Zeitrahmen, mit ca. 5 WpM.
Das ist zwar noch kein Renner, aber dafür hat man alle Freiheiten. Im Prinzip ist es WSPR im QSO-Modus.

Das Programm beschränkt sich auf das Essentielle und man braucht dazu kein IT-Diplom. Auf jeden Fall hat es mein IC-7300 sofort kapiert ;-)



Wenn ihr jetzt aber daran denkt, WSQcall auch auf KW einzusetzen: das Programm ist für die relativ stabilen Ausbreitung-Verhältnisse auf Lang- und Mittelwelle zugeschnitten. Auf KW würde es nicht gut funktionieren. WSQcall wurde spezifisch für LW/MW entwickelt.

Zum Betrieb auf MW stellt man den Transceiver wie bei WSPR auf 474.2 kHz USB ein. Gesendet wird auf einem Ton-Kanal von 1000 bis 1050Hz. Dort kommt man mit den anderen Betriebsarten nicht in Konflikt. Dieser Kanal ist zugleich der Anrufkanal. QSY wird dann +/- 100 Hz gemacht. Das geschieht der Einfachheit halber mit dem Transceiver: man stellt ihn einfach auf 474.100 oder 474.300 ein.

Alles weitere kann man hier erfahren. Und hier gehts zum Download dieses Programms.

Und hier findet ihr eine Übersicht über die aktuelle Software zu den digitalen Betriebsarten für LW/MW.


 


Montag, 12. März 2018

CTX-10: ein High End QRP-Transceiver


Im Gegensatz zum kürzlich vorgestellten Minion Mini ist der CTX-10 ein SDR-Transceiver.
Er kommt aus Colorado USA und kostet fast dreimal so viel wie der Minion Mini.
Sofern man ihn in Europa überhaupt bekommen kann. Denn zurzeit ist der CTX-10 nur in den USA und Canada zugelassen. Ein CE-Zeichen konnte ich noch nirgends entdecken.

Das Gerät sieht aus wie für den Feldeinsatz geschaffen und macht mit seinem schwarz eloxierten Gehäuse aus Alu-Spritzguss einen robusten Eindruck. Doch erst die Praxis wird bestätigen, ob es besser gebaut ist, als die mechanisch bescheidenen und ebenfalls teuren Elecraft Transceiver.
Für 999 $ sollte man das auch erwarten dürfen.
Für diesen stolzen Preis erhält man einen Transceiver für die Bänder 10 bis 80m (inklusive 60m) mit allen Betriebsarten, 10W Ausgangsleistung, drei eingebauten Lithium-Io Akkus (18650er) mit 2600 mAh bzw. 28.8 Wh und allen Möglichkeiten die eben nur ein SDR bieten kann (Filter)

Der CTX-10 ist aber kein Direct Sampler wie z.B. der IC-7300, sondern ein Doppelsuper mit einer niedrigen 2. ZF. Erst dort erfolgt die digitale Signalverarbeitung mit einer 32 Bit DSP. Sie übernimmt dann auch die Demodulation. SSB, CW, AM und USB-digital stehen zur Verfügung.

Der Empfänger ist durchgehend von 150 kHz bis 30 MHz, doch beim Sender fehlt leider das 160m Band.
Erwähnenswert ist der optische Encoder für den Abstimmknopf. Doch bei diesem Preis erwartet man auch keinen billigen Rasterknopf. Apropos Preis: Mikrofon und Ladegerät sind nicht inbegriffen!
Hier noch ein Blick auf die Rückseite dieses neuen QRP-Transceivers:

  Im Gegensatz zum Minion Mini ist noch kein Manual oder Schema verfügbar. Doch bestellen kann man das Teil bereits - zumindest in den USA und Kanada.
Mehr über den CTX-10 erfahren kann man hier und
bestellen kann man ihn über Universal Radio.

Sonntag, 11. März 2018

SOTA in der Schweiz



Summits On The Air - SOTA - ist wohl die gesündeste Art zu funken. Zumindest für die "Aktivierer".
Die steigen mit ihrem Equipment zu Fuss auf einen Hügel oder Berg, um ihn funktechnisch zu aktivieren (Mobilbetrieb ist verboten).
Für die Jäger - also die zuhause Gebliebenen - ist diese Spielart des Amateurfunks, wenn nicht speziell gesund, doch zumindest spannend.

Ausgetauscht werden Rufzeichen, Rapporte und natürlich die "Nummer" des Berges.
Benutzt werden dabei alle möglichen Bänder und Betriebsarten, im einfachsten Fall ein 2m FM Handy.

Doch nicht jeder Berg ist SOTA-tauglich. Es gilt die 150m Regel. Das heißt, der Berg muss sich mindestens 150m aus der umgebenden Topografie abheben um anerkannt zu werden.
Ein guter Leitfaden zu dieser Sportart ist bei der USKA zu finden. Alles was man dazu wissen muss, wird dort kurz und bündig erklärt.

Naturgemäß ist die Schweiz vollgepackt mit SOTA-Gipfeln. Allein vom Dachfenster meines Shacks sind mehr als ein Dutzend zu sehen. Doch so einfach ist es hierzulande nicht, SOTA-Aktivierer zu sein. Viele SOTA-Gipfel sind nur nach langen Wanderungen zu erreichen und manche nur mit Kletterausrüstung.
Während man als einfacher Spaziergänger in Hessen auf die Wasserkuppe gelangt und dort 10 Punkte verteilen darf, muss man schon ein erfahrener Bergsteiger sein, um auf dem Matterhorn die gleiche Punktzahl verteilen zu dürfen.
Das bedeutet, dass ich als nicht schwindelfreier und nicht hochgebirgstauglicher Fußgänger einen großen Teil der Schweizer SOTA-Gipfel nie aktivieren kann.

Auf dem Computer gelangt man am besten über diese Adresse zu den SOTA-Gipfeln. Dort sind alle Länder aufgelistet. Klickt man auf ein Land, gelangt man zu den Regionen und über diese in die Gipfel-Listen.

Was die Schweiz betrifft, hat unsere Landestopografie einen ganz tollen Gratis-Service zu bieten. Über diese Adresse hier gelangt man zu jedem beliebigen Kartenausschnitt der Schweizer Landeskarte, und das in allen gängigen Maßstäben. Nach Bedarf lassen sich u.a. Wanderwege und Höhenprofile einblenden, Haltestellen des ÖV und vieles mehr. Man findet auf diesen Karten sogar sämtliche Gebäude mit aktuellen Hausnummern verzeichnet. Das ist wesentlich mehr als Google Maps zu leisten vermag.
Der SOTA-Freund kann sich also zuhause seine Karten jederzeit selbst zusammenstellen und ausdrucken, oder einfach auf das Smartphone laden.

Bild: Der Eiger mit seiner berühmt-berüchtigten Nordwand. Auch er gehört zu den SOTA-Gipfeln.



Samstag, 10. März 2018

Minion Mini - ein neuer QRP Transceiver

Zu den interessantesten Spielarten des Amateurfunks gehört QRP. Sei es von zu Hause aus oder auf einem SOTA-Gipfel: QSO's mit kleinen Leistungen sind eine Herausforderung für den Operateur. Wer sich dieser Sparte verschrieben hat, der weiss: eine QRP-Verbindung schafft mehr Freude als ein Kilowatt-QSO mit Beam. Denn was ohne Mühe funktioniert ist auf Dauer langweilig.

An Funkgeräten für den QRP-Freund fehlt es nicht: Über zwei Beispiele habe ich kürzlich in diesem Blog berichtet: den Bausatz QCX und den mcHF, der sowohl als Bausatz als auch als China-Klon erhältlich ist. 

Es gibt natürlich noch viele andere, nicht zu vergessen die Klassiker von Elecraft.
Jetzt ist ein neuer Konkurrent aufgetaucht, der das Potential hat, den Markt aufzumischen, wenn er seine Versprechungen einhält. Er heisst Minion Mini und er kommt aus der Ukraine.
Sein Preis ist heiss: 350 $!


Das kleine Truckli hat mit wenigen Ausnahmen alles was der QRP-Operator braucht: 5W und alle KW-Bänder von 10 bis 160m, SSB und CW und einfachen Zugang für digitale Betriebsarten. Der Blick ins Innere verrät einen sauber durchdachten Aufbau:





Der Minion Mini ist kein SDR und arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie der QCX. Leider fehlt zur Zeit das 60m Band - das QRP-Band per se. Aber das wird sicher noch nachgerüstet. Das Gerätchen ist ja erst ausgeschlüpft und hat noch Potential. 

Mehr zu diesem interessanten Frischling kann man auf QRPVER erfahren.


Freitag, 9. März 2018

Neuigkeiten zum IC-7300



"Zwar verfügt der IC-7300 über keinen Eingang für eine Referenzfrequenz, doch der interne Oszillator ist sehr stabil und bewegt sich kaum vom Fleck." So dachte ich, bis ich den 7300er etwas genauer anschaute.
Misst man seine Empfangsfrequenz, so ist er in der Tat stabiler, als die WSJT-X Betriebsarten es erfordern. Die Abweichung beträgt bei meinem Exemplar auch bei längerem Betrieb im 10m Band nicht mehr als 1Hz. Notabene im Shack bei 22 Grad Celsius.
"So stabil wie er bei Empfang ist, muss er auch beim Senden sein", dachte ich. Denn die interne Referenzfrequenz ist in beiden Fällen die gleiche.
Doch dann bin ich auf ein seltsames Phänomen gestoßen: bei einem CW Dauerstrich sackt die Frequenz (28 MHz) in den ersten 10 Sekunden bis zu 5 Hz ab, um sich dann rasch wieder der eingestellten Frequenz zu nähern.
Bei CW oder SSB wird die Gegenstation kaum etwas bemerken. Doch bei WSPR, FT8 und Co könnte es unter Umständen kritisch werden.
Ich werde in der nächsten Zeit die Kiste unter Beobachtung stellen und auf 6m WSPR laufen lassen.
Vielleicht betrifft dieses Phänomen ja nur mein Gerät. Und dann gibt es ja noch eine weitere Möglichkeit, die man immer in Betracht ziehen muss: wer misst, misst Mist.

Ekki DK2CH hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass der IC-9700 über keinen Referenzeingang verfügt und hat mir dazu ein Bild geschickt:

  Auch einen Transverter-Anschluss scheint das Gerät nicht zu haben.
Mit diesen Mängeln "ausgerüstet" scheint mir der 9700 schlecht für die Zukunft auf VHF und UHF gerüstet zu sein. Denn auch auf den rauschenden Bändern ist die Zukunft digital.
Dabei spreche ich nicht von Hamnet und dem digitalen Sprechfunk, sondern von schmalbandigen, digitalen Betriebsarten, die auch dann Verbindungen möglich machen, wenn die Signale für unsere Ohren schon längst im Rauschen verschwunden sind.

So betrachtet, rückt der IC-7610 wieder in den Blickpunkt. Der grosse Bruder des 7300er verfügt über beide Assets: Referenz- und Transverter-Anschluss. Vielleicht sollte ich doch für dieses Teil zu sparen beginnen?

In der Zwischenzeit werde ich mich weiter mit dem 7300er beschäftigen. Dem wurde von Icom gerade ein neues Update spendiert. 1.21 ist die Laufnummer. Zu den Verbesserungen/Änderungen heißt es lapidar:

Production process improvement.
No changes in user operations.
Da frag ich mich, was der OM davon hat. Im "production process" sind die meisten von uns ja nicht involviert.

Bild: Der Leuchtturm auf der Wanderdüne Rubjerg Knude bei Løkken im Norden Dänemarks.

Dienstag, 6. März 2018

ICOM IC-9700 - die Faszination des Wasserfalls



Während Yaesu scheinbar ohne neue Ideen vor sich hindümpelt und alten Wein in neuen Schläuchen auftischt, holt Icom zum nächsten Schlag aus: 2018 soll der IC-9700 auf den Markt kommen.

Dabei verfolgt Icom unbeirrbar die eingeschlagene SDR-Strategie. Auch der Ersatz für den in die Jahre gekommenen und derzeit nicht mehr erhältlichen IC-910H soll ein Direct-Sampler sein. Also einen Empfänger besitzen, der das Signal von der Antenne direkt auf den A/D-Wandler leitet und digitalisiert.
Das scheint die Bedienungsoberfläche mit der Wasserfallanzeige zu signalisieren, die im Gewand des IC-7300 daherkommt.
Doch so einfach wird es wohl nicht sein. Das 70cm oder gar das 23cm Band direkt zu digitalisieren, dürfte mit heutiger Technik schwer in vernünftigem Rahmen zu realisieren sein: machbar zwar, doch auch bezahlbar?
Der Neue wird also zumindest für das 70cm und das 23cm Band Sende- und Empfangsmischer vorschalten müssen - so genannte Transverter. Wenn ich mich nicht irre, würde Sam Hawkens zu Old Shatterhand sagen... und würde dann noch ein paar Hi hinzufügen. Ob Sam morsen konnte?

Doch das wird am Gebrauchsnutzen nichts ändern. Nach meinen Erfahrungen mit einem IC-7300, den ich mittels vorgeschalteter Transverter auf 23cm und 10 GHz betreibe, wird ein solches Gerät den UKW- und Mikrowellenbetrieb revolutionieren.
Wieso?
Wegen der Wasserfallanzeige. Gerade in den rauschenden Bändern ist sie ein unschätzbares Instrument. Mit einem Blick hat man das ganze Band unter Kontrolle. Man sieht zum Beispiel alle Baken aufs Mal und kann so die Ausbreitungsbedingungen abschätzen. Wenn eine Station irgendwo im Band CQ ruft, erspäht sie das Auge, bevor der OP auf die entsprechende QRG gekurbelt hat, und bei Contesten sieht man sofort, wo die Musik spielt.

 Im folgenden Video sieht man die Bake HB9BBD auf 10268.065 MHz, die ich mit Reflexionen am Jura empfangen kann, auf dem Schirm des IC-7300:


Im nächsten Video sieht und hört man die Bake HB9EI im Tessin auf dem Monte Tamaro. Ihr Signal kommt via Diffraktion (Beugung) über die Hochalpen zu meinem kleinen 33cm Technisat Spiegel. Die Wasserfallanzeige ist dermaßen empfindlich, dass ich die Bake sehen kann, bevor ich in der Lage bin, sie zu entziffern. Hier spielt die sensible Anzeige ihre ganze Stärke aus: Auch wenn das Bakensignal nicht genau auf der angekündigten Frequenz ist, kann ich sie aufspüren. Und ich kann mich dann ganz auf das Ausrichten des Spiegels konzentrieren.



Ich hoffe nur, dass der IC-9700 über einen Eingang für eine Referenzfrequenz verfügen wird, um die notwendige Frequenzgenauigkeit und Stabilität zu erzielen. Der IC-910 war in dieser Hinsicht ein denkbar schlechtes Beispiel. Ohne optionalen OCXO war er dauernd auf der Walz und auch mit dem "Präzisionsoszillator" bestückt wanderte er im 23cm Band Hunderte von Hertz weit.

Wie angetönt: auf das Erscheinen des IC-9700 wollte ich nicht warten und so habe ich meinen 7300er entzweckt. No risk no fun - in diesem Fall hat es sich gelohnt.
Mit dem IC-7300 als Grundgerät für die Mikrowellenbänder bin ich sehr zufrieden. Wie auf der Anzeige zu sehen ist, benutze ich 72 MHz als Grundfrequenz. Ein "Zwischentransverter" setzt dann ins 70cm Band um. Von dort aus werden dann die Transverter für 23cm und 10 GHz angesteuert. Alle Transverter sind dabei mit hochstabilen OCXO's ausgerüstet.


Sonntag, 4. März 2018

FT-818 - aus alt mach neu



Nun ist die Katze aus dem Sack.
Auf der Yaesu-Seite kann man den Nachfolger des fast zwei Jahrzehnte alten FT-817 beäugen: den FT-818. Auch das Manual des neuen Alten ist schon online.
Kein SDR, kein neues Display, kein neues Gehäuse - die Veränderungen muss man mit der Lupe suchen. Sogar die Collins-Filter sind wieder als Option erhältlich. Wo kommen die denn her? NOS?
Der Akku hat zwar ein bisschen mehr Kapazität ist aber nach wie vor ein NiMH - nix LiPo

Sicher, das Gerätchen ist immer noch konkurrenzlos, denn 2m und 70cm im Portabelbetrieb bietet kein anderer. Die paar KX3, die ich bisher auf 2m SSB gehört habe, waren alles andere als berauschend.

Die versprochenen 6W sind ein Witz. Das leistet auch die Endstufe des FT-817 ohne zu husten.
Und mit einem Windcamp-Akku ausgerüstet, hat man nicht nur 1900mAh sondern ganze 3000.

Also Leute: weitergehen, es gibt nichts zu sehen. In Japan ist bloß ein Sack Reis umgefallen.

Samstag, 3. März 2018

Die Zeit wird knapp

Zeit ist ein Konzept, auf das auch Funkamateure nicht verzichten können. Je länger, je weniger, angesichts extrem zeitsensibler Betriebsarten wie FT8 oder WSPR.

Früher reichte die Netzfrequenz von 50 Hz um in den meisten Fällen die Zeit einigermaßen linear zu halten. So genannte Synchron-Uhren benutzen auch heute noch die Netzfrequenz als Maßstab. Zum Beispiel Radiowecker.
Doch da gibt es neuerdings ein Problem, wie Heise berichtet (Danke Juergen DL4KE für den Tipp):

Die zunehmende Stromknappheit verunmöglicht es den Kraftwerken, die Netzfrequenz stabil zu halten.

Da ist der Funkamateur froh, seine Zeit anderswo zu beziehen. Für seinen PC zum Beispiel von Dimension 4 wie bei mir. Denn auch die sporadische Aktualisierung wie sie der PC bisher gemacht hat, reicht für FT8 und Konsorten nicht aus. Und schon gar nicht sowas anachronistisches wie die die Netzfrequenz.

Die "Verlotterung" der Netzfrequenz gehört wohl auch zum Zerfall der Infrastruktur, wie sie in einigen Ländern zu beobachten ist. Es ist halt schwierig, Weltpolizist zu spielen (USA), die ganze Welt zu retten (D) oder den Rückwärtsgang einzulegen (RUS) und gleichzeitig genügend Mittel aufzubringen, um daheim Strassen, Schulen, Strom und Wassernetz instand zu halten. Ganz abgesehen von der Versorgung der Ärmsten unter der Bevölkerung. Eine Frage der Prioritäten halt. Für alles reicht die Kohle nicht. Zumal die Verteilung derselbigen unter den Menschen immer asymmetrischer wird.

Hier ein "lustiges" Beispiel zur Illustration:



Und da wir schon total offtopic sind und das Wochenende zuverlässig wie immer eingetroffen ist:
Sogar Büroarbeit kann spannend sein:








Donnerstag, 1. März 2018

Eine Matchbox für alle Fälle



Zuhause verwende ich einen automatischen Antennentuner von Stockcorner um meine L-Antenne anzupassen. Im Urlaub kommt meistens ein CG-3000 zum Einsatz.
Doch oft würde es ein manueller Antennentuner auch tun. Vor allem wenn er kleiner und leichter ist. Denn für QRP-Betrieb möchte man nicht unbedingt einen Kasten mitschleppen, der X-mal grösser ist als der Transceiver samt Batterie.

Manuelle Antennentuner gibt es wie Sand am Meer und sie kosten nicht viel. Doch nicht alle sind ihr Geld wert, stellt man bei einem Blick in die Reviews von Eham fest.
Gerade bei Antennentunern gilt: Was wenig kostet ist wenig wert. Denn nur der Einsatz von hochwertigen - teuren Teilen - garantiert wenig Verluste. Sowohl Drehkos wie Rollspulen und keramische Drehschalter sind teure Komponenten.

Die meisten käuflichen Tuner sind heutzutage T-Tuner: Zwei Drehkos in Serie und in der Mitte eine variable Spule gegen Masse. Teurere Exemplare verwenden eine Rollspule, günstigere eine Luftspule mit Abgriffen. Bei bescheidenen Designs sind die Luftspulen zu nahe am Gehäuseblech montiert und die damit verschlechterte Güte bewirkt zusätzliche Verluste.
Diese Art Tuner passt eine breite Palette unterschiedlicher Impedanzen an. Es können kurze (<1/4 Wellenlänge) und lange Drähte angepasst werden. Meistens über den ganzen Kurzwellenbereich.
Allerdings kann man diesen Tuner auch falsch abstimmen. Das heißt: es gibt zwei oder mehrere Einstellungen mit einem guten SWR. Doch nur eine ist die Richtige. In den anderen Fällen verheizt der Tuner einen großen Teil der Energie selbst, anstatt sie in die Antenne zu schicken.


Ebenfalls populär ist der L-Tuner. Er kommt mit einem einzigen Drehkondensator und einer Spule aus:


Auch dieser Tuner passt kurze und lange Drähte an. Ist die Antenne kurz (kapazitiv) so sitzt der Drehko am Eingang wie im Bild. Wenn Eingang und Ausgang vertauscht werden und der Drehko somit am Ausgang ist, passt er lange Antennen (induktiv) an.
Bei zu kurzen Antennen (< 1/4 Wellenlänge) reicht vor allem auf den längeren KW-Bänder die Kapazität des Drehkos nicht aus und es müssen Festkondensatoren dazu geschaltet werden.

Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Tuner, die u.a. bei Selbstbauern beliebt sind. Sie arbeiten oft mit gekoppelten Kreisen wie der Z-Match oder exotischen Komponenten wie Differential-Drehkondensatoren.

Die hier vorgestellten Tuner sind allesamt unsymmetrisch. Sollen damit symmetrische Antennen über Zweidraht-Leitungen gespeist werden, muss ein Balun dazwischengeschaltet werden.

Tuner zu kaufen ist eine Möglichkeit, selber bauen eine andere. Ich habe neulich etwas in meiner Bastelkiste gewühlt und nach Teilen gesucht. Eine Rollspule war leider nicht dabei, dafür ein hochwertiger Drehschalter mit 22 Positionen vom Typ "kurzschließend". Schade um das Teil, das sich sicher ganz nutzlos vorkommt und im Keller vergammelt, dachte ich.
Und so beschloss ich, eine Matchbox zu bauen - für alle Fälle.
Auf diesen Schalter habe ich eine Ringkern-Spule montiert bei der jede Windung abgegriffen wird. Um die gewünschte Induktivität zu erreichen, musste ich zwei Kerne aufeinander leimen. Aber mit einem einzelnen T184-2 sollten gegen 12uH bei 22 Windungen zu schaffen sein. Zumindest nach dem Mini-Ringkern-Rechner. Der 184er ist einer der besten Kerne in der Reihe, zwar kleiner im Durchmesser als der 200er aber wesentlich dicker. Lieder hatte ich keinen in der Bastelkiste.






















Für meinen kleinen Tuner wählte ich eine Pi-Schaltung. Eine der besten Tuner-Konfigurationen. Sie passt praktisch alles an und die Abstimmung ist eindeutig. Zudem wirkt sie als Tiefpassfilter und die Verluste dieses Tuners sind gering. Hergestellt wurden solche Tuner früher u.a. von Drake, doch aus Kostengründen machen die heutigen Hersteller einen Bogen um diese Sorte.
Ein Pi-Tuner ist nichts anderes als ein erweiterter L-Tuner. Hier das Schema der "Matchbox", die ich "zusammengenagelt" habe.


Der Drehko am Ausgang muss mit höheren Spannungen zurechtkommen und hat deshalb einen grösseren Plattenabstand als der Eingangsdrehko. Die Kondensatoren, die sich am Eingang zuschalten lassen sind Glimmerkondensatoren. Bei Bedarf kann zur Drehspule eine Festinduktivität zugeschaltet werden (Schalter offen). Für kurze Antennen lässt sich der Ausgangsdrehko abkoppeln. Seine Restkapazität wäre in diesem Fall störend.
Mit obigen Werten kann auch noch ein 10m Draht auf 3.5 MHz angepasst werden. 

Hier die Auslegeordnung der verwendeten Komponenten:


Zwar ist der Tuner nicht so klein geraten, wie ich es gerne hätte, dafür verträgt er mit diesen Komponenten auch 100W Sendeleistung ;-) 
Ein wesentlich kleinerer Tuner für 5W hatte ich bereits hier vorgestellt.
Jetzt fehlt nur noch die Abdeckung aus Holz, dann ist das Teil bereit für die nächsten Ferien.

Erstes Bild: Die fertige Matchbox