Donnerstag, 1. Februar 2018

Von Büchsen und anderen Dingen


Manchmal kommen Kommentare von Lesern daher wie die alte Fastnacht. Sind doch gefühlt Jahrhunderte vergangen, seit ich ein paar Sätze über den IC-7610 geschrieben habe.
Nun ist dazu ein Kommentar eingetrudelt, den ich euch nicht vorenthalten möchte:

Peter hat einen neuen Kommentar zu dem Post "Der neue ICOM IC-7610" hinterlassen: 

Tja. Ich habe beide Büchsen. Und einen IC-7600.Und einen K2. Und einen KXe. Einen TR4C. Eine 'C' Drakeline. Einen Perseus.....
Ehrlich. Völlig egal, was Anton, Sherwood und andere sagen:
Der IC-7300 und auch der FT-991(A) sind in ihrer Preisklasse absolut preiswerte und vor dem Hintergrund des Preises absolut empfehlenswerte TRXe. Man muss halt sorgfältig seine Bedürfnisse analysieren. Geht bei mir nicht, da ich der Meinung bin, dass derjenige, der am Ende das meiste Spielzeug besitzt, gewonnen hat. Gottseidank bin ich seit 45 Jahren in festen Händen.
Ich bin nun nicht gerade ganz unbedarft, was Contest und grenzwertiges DX angeht. Aber der 7300 macht generell eine gute Figur. Natürlich kann man an den Schrauben drehen. Du Anton, hast den Preselektor komplett selbst gebaut. Ich habe schlicht eine Buchse aus einem FA-SDR geknipst und den (recht guten) Preselektor alà BCC verwendet. Wie sagte der Herr Bush jr.? Mission accomplished. Der 7300 kann sich nun mit allen anderen meinen ( und ein paar anderen )Büchsen messen. Wie er in beiden CQWW's eindrucksvoll bewiesen hat.

Keine Ahnung wer Peter ist und welches Rufzeichen er hat. Aber ich bin natürlich mit seiner Meinung einverstanden: Am Ende geht es nur darum, wieviele Kisten Büchsen der OM hat ..... und seine Erben entsorgen müssen ;-)
Der 7610er hat ja mit ziemlicher Verspätung das Licht der Funkerwelt erblickt. Aber immerhin gibt es schon ein paar Kommentare dazu auf Eham. Die meisten im 5/5-Bereich. Die kritischen Geister gehören in der Regel nicht zu den Early Birds. Trotzdem: mir scheint, der Zauber des 7300 fehlt.

Mein IC-7300 hat derweil eine neue Aufgabe gefasst. Denn auf KW bin ich mit meinem Tower vollauf zufrieden. Diese Geräte brauchen nämlich keinen Preselector, damit sie bestimmungsgemäß funktionieren. Darum macht der IC-7300 nun die Mikrowellen unsicher. Denn dort erschließt seine Wasserfallanzeige eine neue Dimension. Auf einen Blick sieht man, was los ist. Stationen sind dort oben - auf 23 und 3cm - sehr dünn gesät. Da möchte man keinen Pieps verpassen. 
Die Wasserfallanzeige ist - je nach Bandbreite - sehr empfindlich und oft sieht man bereits die Signale, bevor man sie decodieren kann.

Im folgenden Video ist die Bake HB9EI/B auf dem Monte Tamaro zu sehen, die ich Dank Diffraktion an den Alpenkämmen mit einem kleinen 33cm Sat-Spiegel empfangen kann. 

  
Natürlich kann der IC-7300 auf 23cm und 3cm nicht nur hören, sondern auch senden. Dazu habe ich ihm einen Zwischentransverter gebaut, der das Signal von 72 auf 432 MHz umsetzt. Die 432 MHz werden dann in einem Kuhne-Transverter mit nachfolgender Endstufe auf 10 GHz verwurstelt.
So sieht der "Zwischi" aus: 


Eine typische Steampunk-Konstruktion wie man sie vermutlich auch im Viktorianischen Zeitalter schon gebaut hat. Nur gab es damals noch keine Dioden-Ringmischer und keine MMIC's in 50 Ohm Technik. 
Ich weiss, dass viele von euch technische Details langweilen. Daher nur kurz: 
In der untersten Kammer ist der Empfangsvorverstärker mit zwei PGA-103+ und einem Bandpassfilter zu sehen. In der Kammer darüber befinden sich die 5V-Stromversorgung für die PGA's, die S/E-Umschaltung für 72 MHz, Dämpfungsglieder und zwei Mischer - einer für Senden, der andere für Empfang, sowie ein simpler Leistungsteiler mit Widerständen. Da meine Bastelkiste keine Ringmischer-Not kennt, habe ich auf einen gemeinsamen Mischer mit Umschaltung verzichtet.

In der dritten Kammer befindet sich der Sendetreiber mit zwei PGA-103+ und einem Bandpassfilter, sowie die Basisspannungserzeugung für den PA-Transistor in der obersten Kammer.
Dort sitzt ein RD15HVF1 mit dem S/E-Relais für 432 MHz.

Der IC-7300 ist im 70 MHz nicht gerade ein Wunder an Sauberkeit, wie folgendes Spektrogramm zeigt:


Trotzdem gut genug, da die in Serie geschalteten Transverter genügend selektieren.

Zum Schluss noch ein wenig Off-Topic Spaß. Nein, kein Bätscheler und kein Duschgel-Camp, auch keine spanischen Sex-Gedichte auf Hochschulen oder vergaste Affen. Der Ozzy Man ist immer ein Genuss...und sprachlich so herrlich unkorrekt:


Hütet euch vor Stieren und dem Krölle Bölle ;-)

  

Keine Kommentare: